Kanada 2017 – 25.06.

Ja, also nun ich bin auf Neufundland gelandet. Stürmisches Wikinger-Wetter empfängt mich hier, ich fahre ja auch den Viking-Trail, wie die Straße 430 heißt. Selbst schuld. Nee, also an Gegenwind mit Böen bis 68 km/h kann ich mich auch nach über 40.000 km Radreisen nicht erinnern.

Der letzte Bericht endete damit, dass ich auf die Fähre nach Blanc Sablon wartete, welche dann schließlich mit 14 Stunden Verspätung in Natashquan eintraf. Das Fahrrad (und noch zwei weitere) kam in einen Extra-Container, der in jedem Hafen als erstes abgeladen wurde, damit man ggf. das Rad zur freundlichen Verfügung hat. Das Schiff ist Versorgungschiff für all die kleinen Siedlungen an der Basse Cote Nord, also der Unteren Nordküste Quebecs. Dort siedeln die Innu, die wir auch als Innuit oder Eskimos kennen. Und so rau ist dort auch das Wetter. Irgendwie isländisch windig und kalt. Aber es gibt auch andere Siedlungen, wie Harrington Harbour, komplett englischspachig und ohne Straßen und Autos, stattdessen Quads und hölzerne Stehe. Oder La Tabatière, ganz französisch. Überall hielt die Fähre zwischen 2 und 4 Stunden, bis dort alles ab- und aufgeladen war. Zeit für einen Landgang. Am Ende in Blanc-Sablon summierte sich die Verspätung auf 23 Stunden, zum Glück, denn mit weniger wären wir mitten in der Nacht angekommen. So aber hatte ich gleich Anschluss an die Neufundlandfähre. Der Verladechef  sagte, sie sei „born in Germany“, und tatächlich, deutsche, schwedische und dänische, sogar finnische Hinweise über den Durchgängen entlarvten das Schiff als ehemalige Ostseefähre …

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Endlich – die Bella Degagnés

 

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Harrington Harbour – Anglican Church

 

 

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Harrington Harbour

 

 

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Harrington Harbour

 

 

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Holz gibt es da nicht, muss alles importiert werden.

 

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Harrington Harbour

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Harrington Harbour

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Harrington Harbour

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Harrington Harbour

 

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Hafenszene mit Quads

 

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Der Fahrrad-Container

 

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Die Bella Desgagnés

 

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La Tabatiere

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Mein erster Eisberg live

 

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Die MS Apollo im Vordergrund, mein Schiff nach Neufundland

 

Mir schwante dem Wetterbericht nach nicht Gutes, als ich in Saint Barbe ankam. Aber es tröpfelte nur ein wenig und der Wind war auch noch hinnehmbar. Ich hatte Hawkes Bay als ersten Zielpunkt gesetzt, etwa die Hälfte der 181 km Strecke bis zum Nationalpark Gros Morne, bei dem ich für den 25. einen Platz vorgebucht hatte.  Aber … wie angekündigt verschlechterte sich das Wetter planmäßig nach ca. 1 Stunde. D.h. der Regen und der Gegenwind nahmen wieder zu. Es fuhr sich wie in einem Windkanal mit einem Feuerwehrschlauch vollgespritzt und fühlte mich nur noch nass. Es dauerte genau 37 km bis mein Kampfesgeist angesichts von „Tuckers Cottages“ zusammenbrach und ich nur noch ins Trockene wollte. 115 $ kostete der Spaß einer eigenen Hütte mit Küche und Bad. Etwa 75 €.  Den Platz in Gros Morne musste ich jetzt telefonisch umbuchen. Und da ich außerhalb der Frist war, bezahlen plus Zusatzgebühr dafür, dass ich einen Tag später den gleichen Platz haben wollte. Kommt mir alles umständlich vor wie bei der Zentralen Zeltlatzverwaltung der DDR …. Und wenn das das so leer ist wie der Platz, auf dem ich mich im Moment befinde, hätte ich mir das ganze Vorgebuche auch sparen können.

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Noch tröpfelt es nur

 

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Blick aus dem Fenster – Schauerschwaden am nächsten Morgen und 8°C

 

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Besser so als Mittelohrentzündung durch den kalten Wind


Ich bin gerade in River of Ponds. Heute früh erschreckten mich beim Blick aus dem Fenster  noch waagerecht dahin peitschende Schauerschwaden. Die ließen dann nach und hörte rechtzeitig zum Start auf. Aber der strümische Wind blieb und bremste mich auf 11,6 km/h im Durschnitt herunter. Mindestens wollte ich es bis zum gestrigen Ziel schaffen.  Nach über zwei Stunden und erst 25 km versuchte ich es mit Trampen. Als erstes hielt ein PKW. Zu klein. Dann klopfte ich an einem parkenden Wohnmobil. Eine ältere Dame bedauerte, dass sie wegen des Sturmes auch nicht sich weitertrauten und abwarten wollten. Bei 5-10 Autos in 10 Minuten fuhr ich erst mal weiter. Dann, ein Truck (also so ein Pick-Up mit 4 Sitzen  und hinten Ladefläche) hielt, wortkarg hievte man mein Zeug hoch, workarg blieb es in der Fahrerkabine. Zum Glück. Denn sprachlich kam ich mir vor wie in Bayer in Ostfriesland … (Vielleicht sind die Neufundländer ja wirklich die Ostfriesen Kanadas, wie wikipedia meint?). Nach 28 km war der Spaß zuende, denn sie wollten abbiegen. Kurz und gut, das Wetter wurde freundicher und sonniger ohne dass der Wind nachließ, und nach einer Pizza in Hawkes Bay entschied ich strategisch, noch 16 km weiter zu fahren und landete genau hier. Und … zu allem Unglück brach mir ein Gestängebogen des Zelts durch die Böen beim Auadbau …. Doppelt! Und ich hatte nur eine Reparaturhülse (dachte ich). Also, kurz und gut, der Eigentümer hier fand noch so etwas wie eine Zweite und nach einigem Werkzeuggesuche ist nun alles wieder juut .., erst mal.

 

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Reparaturergebnis.  Hat gehalten. Bis zum Schluss

Nachtrag: Auch am nächsten Tag lies der Wind nicht nach, im Gegenteil. Als dann auch noch Bewölkung aufzog, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, noch einmal einen Pickup anzuhalten. Das klappte dann wieder auf Anhieb. Der Fahrer fuhr mich sogar direkt bis zum Campingplatz.

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Als er dann weg war,  bemerkte ich später, dass mein teures Kabelschloss zwischen dem Kram auf seiner Ladefläche liegen geblieben war… Das wars dann damit. Wird wohl ein Neues fällig. Das Ersatzschloss, dass ich hier später kaufte, ist nicht berlintauglich.

Veröffentlicht in: Blog

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