Kanada 2017, 07.06 – 08.06.

Es ist gar nicht so einfach sich abends noch zum Schreiben aufzuraffen, aber da ich heute wegen des noch geschlossenen Campingplatzes in eine Pension ausgewichen bin, gibt es jetzt keine Ausrede mehr. Ich weiß, ich laufe Gefahr als Kulturbanause da zu stehen,. aber ich habe auch Quebec City dieses mal nur kurz zwecks Übernachtung „gestreift“. Ich wollte endlich los. Und schon beglückte mich der Tag mit heftigem Gegenwind, grauer Schauerbewölkung und 15°. Dadurch schaffte ich es nur bis L’islet Sur Mer, aber das klingt auch gut. Am nächsten Tag schien zwar die Sonne, aber dafür war der Gegenwind noch heftiger. Ich hatte einen Durchschnitt von 12 km/h auf dem Tacho und es fühlte sich an wie dauernd bergauf fahren. Infolge dessen  schaffte ich es nicht bis zu meinem warmshowers’s Gastgeber Jean-Pierre (der aber sowieso als Arzt Bereitschaftsdienst hatte). Ich blieb 23 km vor dem Ziel an einem süßen Campinglätzchen sozusagen auf der Strecke. Ich rief Jean-Pierre an und wir verabredeten aber, dass ich dann heute mit seiner Freundin einen Kaffee trinken kann, wenn ich da vorbei fahre,

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Anik, Jean-Pierres Freundin

was ich auch tat. Wir kannten uns ja schon von 2015. Und da beide mit den Kindern und  2 Tandems ind Baltikum fliegen wollen, konnte ich gleich nopch Tipps loswerden. Der Wind wehte heute mit der gleichen Stärke zum Ausgleich von hinten, so flog ich quasi manchmal mit 26 km/h dahin. Es wurde mit ca. 24° auch deutlich wärmer. Überall blüht der Löwenzahn in Massen, ebenso Flieder und Vergissmeinnicht, es ist alles 4 Wochen zurück, vergleichsweise.

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Das Rad im heftigen Wind

Dann bin ich mit viel Wind im Rücken doch 112 km gefahren, weil ich den Zeltplatz von St. Fabien (den ich noch kannte) ansteuern wollte. Als ich dann gegen 19 Uhr ankam, war er geschlossen: „Wir sehen uns im Sommer 2017“! Äh, achso, hier ist ja noch Frühling, schreibe ich heute (schon einen Abend später), bei 28°C  und unter einem Moskitonetz als Schutz gegen die lästigen Blackflies. Also der Platz war noch geschlossen. Zwar konnte ich ein Klo aufhebeln und Wasser gab es auch, aber keinen Strom und keine Dusche. No power, no shower. Und ich will ja hier was schreiben, dazu muss ich das Gerät immer wieder aufladen … Also, was gibts noch in dem Dorf? Google empfahl eine Hotelchen namens „The dreams and vigils..“, aber das befand sich auch noch im Winterschlaf. Ich sprach eine Dame an, die mir mit ausgezeichnetem  Englisch (das ist hier nicht selbstverständlich) La Maison l’Irlandaise empfahl – Volltreffer. Ein freundlicher junger Mann vermietete mir für 49 $ ein Zimmer mit Frühstück! So günstig hatte ich das noch nie in Kanada. Das sind 35 €. Zum Frühstück gab es dann Obst, Muffins, herzhafte oder süße Pfannkuchen und Kaffee. Da mein Blutzuckerspiegel so niedrig wie noch nie war, sündigte ich munter. Aber wie nun heute weiter?
Zur Auswahl stand 126 km nach Matane in einem Ritt durch fahren, oder das Stück in zwei Teile teilen. Das Problem ist, dass die Fähre zum anderen Ufer nur einmal täglich und zwar morgens um 7, um 8  (Sa) oder um 9 (So) fährt. Ich muss also vorher in Matane übernachten. Und nicht verschlafen! Ich entschied mich für die Variante Teilung, aber sehr ungleich. Schon nach 10 km bog ich in den Provinzpark Bic ein. (Die Québecer nennen ihn natürlich Nationalpark, was verwirrend ist, weil es kein „echter“ Nationalpark ist und mein kostenloser Kanada-Jubiläumspass hier nicht gilt.) Vive la Québec! Wie auch immer, 8,60 $ für’s Zelten plus noch mal dasselbe für den Eintritt, gebongt. Also ein Wandertag. Mit Rad natürlich, denn das Gelände ist gut erschlossen. Es soll hier eine seltene Robbenart geben und diverse Vögel wie die Eiderente. Leider war davon nichts zu sehen. Aber ich besuchte zu Fuß wegen Ebbe die I’le d’Amour, die weiter entfernt liegende Ile Massacre und die Ile Brûle ließ ich aus… Ich erkundete einige Buchten und ein Informationszentrum und jetzt sollten Bilder kommen, aber …  kein WiFi und schlechtes Netz. Hole ich bei Gelegenheit nach! Versprochen!

Veröffentlicht in: Blog

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